VITA – zurück im Leben! PS 71254 Ditzingen

Mehr Hunde in Not

Vita auf Sardinien:

Vita an ihrem Fundort:

Steckbrief: Vita

Geburtsdatum: 01.10.2019
Geschlecht: weiblich
Rasse: Mischling

Notfall: nein
kastriert: ja

Schulterhöhe: ca. 60 cm, ca. 21 kg

Krankheiten: keine bekannt
1. MMC folgt

sucht:
– eigene Familie: ja
– Pflegestelle: nein
– Paten: ja

verträglich mit:
– Rüden: ja
– Hündinnen: ja
– Katzen: ja
– Kindern: ja

Vermittlung:
– nur an Hundeerfahrene
– in ländliche Lage mit gut eingezäuntem Garten/Grundstück
– gerne zu vorhandenem Ersthund (keine Bedingung)

Aufenthaltsort: 71254 Ditzingen

Meine Transportgebühr wurde gespendet durch Detlef H.

Update 23.01.22 – Vita mausert sich zu einer tollen Sozialarbeiterin!

Nicht nur, dass sich Vita allgemein sooo positiv entwickelt, sie hat inzwischen richtige „Schäferhund-Qualitäten“ im Repertoire: Sie möchte unbedingt lernen, möchte gefallen, fragt ab, ob sie alles richtig macht. Es ist eine Freude zu sehen, wie sie aufgeblüht ist und sich findet. Sie bellt nicht mehr in Dauerschleife, wenn es klingelt, geht sehr gut an der Leine und ist immer abrufbar, egal in welcher Situation. Dabei ist sie dennoch gechillt, ihre Pflegefamilie nennt sie manchmal liebevoll „den Trabi im Ferrari-Gewand“. Vita ist zum Beispiel mit den Kindern und Hunden der Jugendgruppe unterwegs und macht das ganz cool und freudig, zeigt sich sehr sozial sowohl Menschen als auch Artgenossen gegenüber. Sie ist jetzt schon ein Traumhund und dabei ist noch jede Menge Luft nach oben, denn die Schöne freut sich immer über neue Aufgaben. Und zum Schluss meldet sich Vita noch mit einem persönlichen Bericht:
„Liebe Karin, hier schreibt mal wieder die Vita.
Spazieren tun die jetzt nicht mehr, jetzt sagen sie wandern. Und zu mir sagen sie Bergziege, weil die Bäche und Steine machen mir total Spaß. Am lustigsten ist es, wenn Giesela wackelt und fast in den Bach fällt, weil sie sich an der Leine festhält. Ich bin ja jetzt hier Singlehund, da muss schon Leistung her. Ich kann „Fuß“ und „Gehweg“ und am schwersten ist warten und sitzen bleiben, obwohl sie den gefüllten Napf in der Hand halten. Gefüllt und immer satt zu essen. Karin, wenn ich das im Juli geahnt hätte, als das Auto kam und ich ins Gebüsch katapultiert wurde…
Satt zu essen, Spaß am Spielen, so viele Menschen- und Hundefreunde und in der Nacht keine Angst mehr. Ich schlaf direkt an ihren Betten und passe so auch ein bisschen auf die beiden auf. Giesela und Rolf sagen, es gibt viele nette Menschen, ganz glaub ich das ja noch nicht, aber eigentlich kann man sich auf ihr Wort verlassen. Sie sagen, es gibt sicher eine Familie ganz allein für mich. Was das wohl heißt?
Sei ganz doll geschwanzwedelt und auch abgeschlappert.
Deine Vita“
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Update 09.11.2021: Post von Vita

Liebe Karin, ich -Vita- schreib Dir heute selber die WhatsApp;)
Giesela, Rolf, Luk und ich liegen hier schon flach.
Was für ein Sonntag, hier in Württemberg nennen sie das spazieren, ich sag es Dir….

Ein Tal, Herbstlaub, ein Bach, Timo und Nicole waren auch dabei, die haben nicht nur 1 Vogel, sondern 13, sonst sind sie aber voll ok. Gottseidank hatten sie die heute nicht dabei.
Die Zweibeiner haben immer von Natur geredet, ich sag Dir, da war voll viel Wasser und wir immer hin und her und ich wusste auch nicht so Recht was das heute hier werden soll.
Zuerst dachte ich, ich trinke das Wasser aus, aber das war zu viel.
Also durch. Der Luk ist da schnell wie der Blitz. Ich ja eher nicht.
Weißt Du was? Hund bekommt NUR NASSE PFOTEN!
Sonst passiert gar nichts.

Aber weißt Du was? Keiner hier jagd Dich (Mich!).
Sie haben fast alle Hunde dabei. Zuerst dachte ich, als sich eine Gruppe Menschen mit Hunden näherte – das war‘s- ich will Heim.
Aber weißt Du was? Die laufen einfach freundlich an einem vorbei.
Und dann das Beste: Sie haben Hundekekse dabei, und die sind sehr lecker! Das heißt dann Pause.
12 Kilometer, ich bin ziemlich müde, es hat echt Spaß gemacht, auch mir.
Ich habe wieder viel gelernt und komme in meinem Leben HIER an.

Ich schlaf jetzt, ich muss nicht mehr auf die Tür aufpassen, seit 3 Tagen.
Anfangs konnte ich ja hier nicht mit geschlossenen Türen umgehen. Ich hatte da noch Hypotheken aus Sardinien im Gepäck. Auf der Straße bedeuteten Türen = Gefangenschaft!
Nun ist es hier fuer alle etwas wärmer… und ich habe keinen Stress mehr mit geschlossenen Türen (sind sie nicht toll, meine Pflegeeltern!!)- war ja doch meist ganz schön kalt hier drinnen.

Grüße an die Kollegen auf Sardinien, Deine Vita
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Update 30.10.21 – Vita entdeckt ihre neue Welt

Vita ist seit Mitte Oktober bei ihrer Pflegefamilie und begeistert diese sehr. An ihrer Seite hat sie den Rüden Luk, mit dem sie sich gut versteht. Ihre Pflegemama erzählt:
„Vita ist gut bei uns Schwaben angekommen. Sie hat in der ersten Woche viel gelernt: Mit Treppen umzugehen und dass es freundliche andere Hunde und Menschen gibt. Sie weiß, wer zur Kernfamilie gehört und wer “ nur kurz“ vorbeikommt. Mittlerweile ist sie fitter geworden, auch größere Gassi-Runden geht sie gerne mit. Hier rennt sie nicht mehr, sondern geht auf Schnüffeltour, gerne mit Kumpel Luk an ihrer Seite.
Vita geht immer besser an der Leine und zeigt jeden Tag etwas Neues! Gestern Nachmittag plötzlich zog sie mich an der Hand, hielt mich mit den Zähnen fest…Hä? Ich holte einen Knochen aus Jeans, den eines unserer Kinder mal genäht hatte, und dann ging es los: Werfen fangen und rennen. Sie scheint selber erstaunt zu sein, was ihr Körper alles kann und dass Hüpfen so einen Spaß macht. Natürlich macht Luk mit. Da geht was im Garten:)) Wir freuen uns, dass Vita auftaut. Sie kommt noch schnell außer Atem, aber das wird.“

Das sind großartige Neuigkeiten, oder?! Die Pflegemama beobachtet jedoch auch, dass das Leben auf der Straße und der schwere Unfall psychische Spuren hinterlassen haben. Vita bekommt Angst, wenn jemand hinter ihr läuft, sei es eine Person oder ein Hund. Sie muss auch noch lernen, dass nicht jedes Auto es auf sie persönlich abgesehen hat. Daran arbeitet die Pflegestelle täglich.

In Vitas Fall kennen wir das Trauma und verstehen, warum und in welchen Situationen sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Aber bei einigen unserer Schützlinge liegt deren Straßenleben im Dunkeln. Man sollte deshalb generell viel Verständnis haben, wenn ein solcher Hund in (für uns) normalen Situation vielleicht panisch oder ängstlich reagiert. Es sind genau die Momente, in denen frühere dramatische Ereignisse sich den Weg in die Gegenwart bahnen.
Vita ist auf einem sehr guten Weg, sich ihr jetzt sicheres Leben zu erobern und eine tolle Begleiterin zu werden.

Für unsere Hübsche ist ein lückenlos eingefriedetes Gartengrundstück (1,50 m – bitte nicht niedriger!) ein Muss. Wir sehen sie nicht als Stadthund, allein schon wegen der Hektik und des Verkehrs. Vita soll im Grünen wohnen, durch Wälder und Felder streifen und ihre Vergangenheit hinter sich lassen dürfen.
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Update 08.10.2021 – Vita darf reisen!

Wir sind absolut happy, denn Vita hat ein tolles Pflegestellenangebot bekommen! Unsere Hübsche steigt Mitte Oktober in den Shuttlebus und reist nach Ditzingen. Toll, dass sie nach ihrem schweren Start auf Sardinien so schnell den Weg in ihre Zukunft beschreiten darf. Es hat uns bekümmert, dass Vita nach ihrer Rekonvaleszenz-Phase bei Claudia und dem damit verbundenen Familienleben irgendwann nach HOPE umziehen musste. Aber das ist bald vorbei – Vita, wir können es kaum erwarten, dich hier willkommen zu heißen!
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VITAS GEGENWART UND ZUKUNFT
Unsere Vita hat es dank vieler wacher Augen, medizinischer Versorgung, aufopferungsvoller Pflege und der tollen Fangemeinde, die mit Spenden ihren Weg aus der Krise unterstützend begleitet hat, geschafft! Voller Dankbarkeit können wir nun eine Vita präsentieren, die ihrem Namen alle Ehre macht: Sie ist voller Lebensfreude, menschenbezogen, verschmust, freundlich zu allen Hunden und auch Katzen! Sie unternimmt schon kurze Spaziergänge und läuft dabei gut an der Leine. Das hübsche Mädchen ist nun bereit. Bereit für ihre Zukunft in einer liebevollen Familie in Deutschland.

Unsere Claudia hat Vita mehrere Wochen Zuhause betreut, weil es die Notlage schlicht erforderte. Das hat sie gerne getan; aber es bedeutete auch, dass sie sich praktisch vierteilen musste, um ihren eigenen Tieren und unseren Schützlingen auf HOPE gerecht zu werden. Claudias Familie hat sie bei ihrem außergewöhnlichen Einsatz sehr unterstützt. Nun, da Vita genesen ist, haben wir sie auf HOPE untergebracht. Das ist aus Vitas Sicht natürlich ein Rückschritt, nachdem sie in einem Haus und bei „ihren“ Menschen gewohnt hat. Wir wünschen uns deshalb, dass die Süße nun zeitnah ein Zuhause findet, um ihr solchen Kummer zu ersparen. Sie kann im Oktober reisen! Wer macht unserer Kämpferin Vita ein „Angebot, dass sie nicht ablehnen kann“ und zeigt ihr unsere Welt?

VITAS VERGANGENHEIT
Uns erreicht ein Anruf aus einer südlichen Region Sardiniens, also weit entfernt von unserer Rettungsstation HOPE. Eine sardische Bekannte hat soeben eine junge Hündin in sehr schlechtem Zustand unter einem Gebüsch gefunden und bittet um Hilfe. Die Fotos, die sie uns aufs Handy schickt, sind so erschütternd, dass wir nur 2 Dinge sagen: JA und SOFORT IN DIE KLINIK. Wir warten bange auf Infos, denn es sah so aus, als hätte sich die Hündin zum Sterben verkrochen…
Die Neuigkeiten sind entmutigend: Der Tierarzt in der Klinik vermutet einen Autounfall. Die Hündin ist so schwach, dass sie weder stehen noch den Kopf heben kann. Sie ist dehydriert und hat 2 extrem tiefe Wunden, in denen sich bis tief ins Gewebe hinein Maden tummeln. Das geht bei den sommerlichen Temperaturen dort relativ schnell und verschlechtert die Prognose. Die Patientin kommt sofort an den Tropf, es werden Blutuntersuchungen veranlasst. Die Leberwerte sind stark verändert, die Schleimhäute blass und gelblich. Knochenbrüche gibt es nicht. Nach Auswertung der Laborwerte wird eine entsprechende Medikation gestartet, aber das Überleben der jungen Hündin ist fraglich. Wir bekommen regelmäßig Fotos und Videos. Nun kann man sehen, dass sie nur noch Haut und Knochen ist, also schon vor dem Unfall in Not gewesen sein muss.

3 lange Tage ist sie unser letzter Gedanke, bevor wir schlafen gehen und der erste, wenn wir aufstehen. Wir haben nicht einmal den Mut, ihr einen Namen zu geben, weil es sein kann, dass wir sie jede Minute verlieren. Nun können wir nur noch hoffen, denn die medizinische Versorgung ist lückenlos. Das alles ist extrem belastend und traurig, aber wir müssen uns trotzdem weiter um alle anderen Hunde, Menschen und Bedürfnisse kümmern und wie gewohnt funktionieren.
Dann endlich kommt eine erste Entwarnung: Die Maus ist weiterhin schwach, aber dank der Medikamente und Infusionen stabil und transportfähig! Wir taufen sie auf den Namen Vita (=Leben) und lassen sie aus der Klinik abholen. Unsere Claudia stellt sie zunächst unserem Tierarzt zur Weiterbehandlung vor und nimmt sie dann, versorgt mit den notwendigen Medikamenten, zu sich nach Hause, bringt sie in ihrem eigenen Schlafzimmer unter. Vita hängt weiter am Tropf, weil sie nicht selbstständig trinkt. Aufgrund der Gelbsucht ist ihr übel, sie frisst deshalb auch nicht. Claudia macht es ihr bequem, hält sie warm und versorgt immer und immer wieder geduldig die großen Wunden. Tagelang. Die Wundheilung schiebt sie zusätzlich mit Honig und einer speziellen Salbe an. Das Wunder geschieht – Vitas Läsionen werden nach und nach kleiner, es bildet sich neue rosige Haut. Claudia schafft es, dass sie zunächst gekochtes Hühnchen und später auch Schinken und anderes Futter annimmt, denn sie muss dringend zu Kräften kommen. Sie hebt Vitas Kopf zum fressen an und stellt sie danach auf die Beine. Dabei muss sie sie festhalten, weil die Ärmste immer noch zu schwach ist, um dies eigenständig zu tun. Sie entfernt den Urin, den Vita im Liegen ablässt, säubert und streichelt sie, redet mit ihr. Intensivpflege hat sehr viel mit Liebe und Zuwendung zu tun, denn die Seele muss heilen, damit auch der Körper es kann.
Gestern hat Vita endlich zum ersten Mal eigenständig getrunken, heute das erste Mal Kot abgesetzt und begonnen, ihre Umgebung wahrzunehmen! Was uns gewöhnlich so selbstverständlich erscheint, ist in Vitas Fall Anlass zum Jubel, denn all diese „Kleinigkeiten“ markieren ihren Weg zur Besserung.

Ansprechpartner:
Karin Loebnitz
Mobil: 0177/ 7 00 33 77
eMail: k.loebnitz@saving-dogs.de
Homepage: www.saving-dogs.com

Wichtige Zusatzinformationen:

Weitere allgemeine Angaben:

Die Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen.
Sofern „unbekannt“ angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben machen.
Krankheiten geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.

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